Müll bei Nespresso: Der lange Kampf gegen die Abfallkapseln

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Mehr als 25 Jahre ist es her, dass ein Schweizer Ingenieur jenes System erfand und verbreitete, dass unter dem Namen Nespresso Kapseln heute weltbekannt ist. Zwar floppte das System zunächst, setzte sich aber schließlich und steht heute für feinsten Kaffeegenuss in zahlreichen hochwertigen Geschmacksrichtungen. Doch so sehr auch Kunden und Genießer überzeugt sind, so hochwertig der Kaffee ist und so überzeugend er in Geschmack und Aroma zubereitet wird: Das Thema Müll bei Nespressospaltet seit jeher die Verbraucher. Denn klar ist trotz der überragenden Eigenschaften die der Kaffee im Genuss zweifelsohne besitzt: Die Aluminimumkapseln, in denen jede Tasse separat in speziellen Kaffeeautomaten zubereitet wird, sind nicht im Ansatz ressourcenschonend. Im Gegenteil: Selten wird mehr Abfall produziert als der Müll bei Nespresso.Dass es solange brauchte, bis sich die Kapseln zunächst in der Schweiz und dann weltweit durchsetzten, hat durchaus Gründe. In der kleinen eidgenössischen Republik machten seinerzeit Umweltaktivisten gegen den Einsatz der Kapseln mobil und prangerten zugleich die Umweltbelastung der Einwegprodukte an. In dem sie an die Nespresso CSR appellierten, trafen sie jedoch einen gesellschaftlichen Nerv. Es dauerte deshalb noch etliche Jahre, bis der Siegeszug der KAPSELN begann. Doch die Kritik an dem System hält bis heute ein. Zum einen wird kritisiert, dass die Kapseln im Gegensatz zu den Automaten nicht im Einzelhandel verkauft werden, sondern nur direkt über Nespresso vertrieben werden. Andere Kritiker führen an, dass der Preis überzogen ist – das eine Tasse Kaffee im Durschnitt 40 Cent kostet und damit ein immenser Preis je Kilogramm zusammenkommt.Aller Kritik zum Trotz hält Nespresso an seiner Vertriebsform und vor allem an den Aluminiumkapseln fest. Inzwischen hat die Nespresso CSR aber auch dafür gesorgt, dass es beispielsweise in der Schweiz ein eigenes Sammelsystem für die Kapseln gibt. Außerdem existieren heute diverse Anleitungen, um die Kapseln selbst zu befüllen. Darüber hinaus sieht sich Nespresso aber noch einer weiteren zentralen Kritik ausgesetzt Nespresso bezieht seinen Kaffee zu Billigpreisen aus der dritten Welt. In Anspielung auf den Werbespot mit George Clooney startete die aus der Schweiz stammende NGO Solidar Suisse im September eine Werbespot, der den Clooney-Spot parodiert und an die Nespresso CSR appelliert, fair gehandelten Kaffee zu nutzen. Dieser stellt sicher, dass die Kaffeebauern vor Ort fair entlohnt werden und nachhaltig gewirtschaftet wird.Im Zuge der Nespresso CSR wurde zwischenzeitlich angekündigt, bis 2013 die Menge an recyceltem Aluminium, die für die Herstellung der Kapseln benötigt wird, zu verdreifachen und dann einen Wert von 75 Prozent zu erreichen. Ob das tatsächlich realisiert wird, ist bislang offen. Aber allein die Ankündigung zeigt, dass das Thema Müll bei Nespresso die Verbraucher interessiert und sie nicht länger bereit sind, Eingriffe in die Umwelt klaglos zu akzeptieren. Wenn es gelingt, dann ist zumindest eins sichergestellt: Kaffee kann Tasse für Tasse mit wesentlich mehr Genuss und gutem Gewissen getrunken werden.

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1 comment

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    Das Recycling System ist natürlich lobenswert, allerdings glaube ich kaum das viele dieses auch tatsächlich nutzen. Weiterhin wird wohl damit ein kleineres Netz „versorgt“ als bei der Distribution der Kapseln. Von daher etwas CSR – ist besser als gar kein CSR! Mittlerweile sind allerdings auch diverse Mitbewerber auf dem Markt und Kaffeeliebhaber haben somit nun auch ein breites transparentes Spektrum an Angeboten und Aromen zu schmecken.

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