Naturheld stellt Ökosiegel vor

ClkerFreeVectorImages / Pixabay

Noch vor einigen Jahren waren die Bio-Produkte im Lebensmittelsektor etwas sehr Exklusives. Biologisch einwandfreie Waren Öko Siegel konnte man nur im Reformhaus oder im Bio-Laden einkaufen. Heute findet man sie in den meisten Supermärkten und selbst beim Discounter wandern sie in den Einkaufswagen. Unsicherheit verbreitet allerdings die Vielfalt der Siegel unterschiedlichster Anbauverbände. Es gibt in Deutschland derzeit mehr als hundert Biomarken und Öko Siegel, eine verwirrende Vielfalt begleitet unseren Einkauf.

Der ökologische Landbau hat sich in einigen unterschiedlichen Verbänden zusammengeschlossen. Die einzelnen Verbände zertifizieren und kontrollieren ihre Mitglieder nach ihren eigenen Richtlinien. Um das Angebot etwas deutlicher zu machen, folgen hier nun einige Kurzvorstellungen.Wer macht denn nun was?
Das in Deutschland wohl bekannteste Siegel ist das staatliche Bio-Siegel. Es wurde im Jahr 2001 eingeführt, mit ihm sind Produkte gekennzeichnet, die der EG-Ökoverordnung entsprechen. Beim Anbau der Erzeugnisse dürfen kein chemischer Pflanzenschutz und kein Düngemittel eingesetzt werden. Genetische Manipulation sowie radioaktive Bestrahlung sind untersagt. Aber die Produkte können bis zu 5% Anteile aus nicht-biologischem Anbau beinhalten. Übergeordnete Prüfinstanz für die Hersteller sind staatlich anerkannte Ökokontrollstellen. Starke Argumente für biologische Produkte mit Öko Siegel hat der Bioland e.V., das Leitbild und Ideal dieser Anbauvereinigung besteht aus sieben Prinzipien:
  •  Es wird im Kreislauf gewirtschaftet
  •  Bodenfruchtbarkeit fördern
  •  Artgerechte Tierhaltung
  •  Wertvolle Lebensmittel produzieren
  •  Biologische Vielfalt fördern
  •  Natürliche Grundlagen erhalten
  •  Eine lebenswerte Zukunft für Menschen

Der Bioland e.V. vereint seit 1971 über 5300 Bauern, Imker und Winzer, 1000 Partner aus Produktion und Handel. Gemeinsam stehen sie bundesweit, mit den Landesverbänden, für eine Landwirtschaft der Zukunft. Alle Mitglieder verpflichten sich vertraglich, die strengen Richtlinien einzuhalten und entsprechende Kontrollen zu dulden.

Demeter ist ein Pionier in Sachen Bio. Die Produkte stehen für eine biodynamische Wirtschaftsweise. Diese Art der Landwirtschaft ist die wohl älteste Form. In Deutschland gehören etwa 1400 Landwirte und 330 Hersteller sowie Vertriebspartner zu Demeter. Entstanden aus dem „Versuchsring anthroposophischer Landwirte“, wurde das Warenzeichen 1928 eingeführt. Bis heute gelten die Richtlinien von Demeter als die wohl Strengsten. 1997 wurde Demeter-international gegründet, ein weltweites Netz von (sich selbstständig zertifizierenden) Organisationen, bestehend aus 16 Mitgliedern aus Europa, Asien, Amerika, Afrika und Neuseeland.

Naturland ist weltweit mit über 53.000 Bauern einer der größten ökologischen Anbauverbände. Er wurde 1982 in München gegründet. Zum Schutz von Verbrauchern und Umwelt sind die Richtlinien deutlich strenger, als die des Bio-Siegels. Die ökologische Waldnutzung, Textilproduktion und Kosmetik sind Bereiche, in denen sich Naturland über die Lebensmittelherstellung hinaus engagiert. Im internationalen Öko-Landbau ist Naturland seit 1986 tätig. Über 44.000 Bauern in Amerika, Afrika oder Asien, hauptsächlich von Kleinbauerngenossenschaften, arbeiten nach den vorgegebenen Richtlinien. Das System der Zertifizierung ist akkreditiert durch IFOAM und USDA/NOP.

Der Gäa-Bundesverband wurde, Ende der 80er Jahre, in Dresden gegründet und hat seine Wurzeln in einer oppositionellen, kirchlichen Umweltbewegung. Die Richtlinien erfüllen alle gestellten Anforderungen der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich die IFOAM-Basisrichtlinien. Dem Verband sind ca. 320 Landwirte angehörig. Seit 2004 ist Gäa auch bei der Bio Suisse anerkannt.

Biopark, gegründet 1991 von Landwirten und Wissenschaftlern, steht für den Erhalt der Umwelt und soziales Engagement in strukturschwachen Gegenden. Seit 1993 gibt es hochwertiges Fleisch von Schwein, Rind, Lamm und Geflügel in ökologischer Qualität von Biopark bei EDEKA. Mit seinen 76 Mitgliedern bundesweit, gehört Biopark eher zu den kleineren Verbänden.

Für eine ökologische und nachhaltige Wirtschaftsweise steht Biokreis e.V., er ist ein Verband für den ökologischen Landbau und eine gesunde Ernährung. Entstanden ist er, im Jahr 1979, aus einer kleinen Verbraucherbewegung im ostbayerischen Passau. Anfänglich diente der Verein nur zur Motivation für Landwirte und verarbeitende Betriebe, diese sollten zu einer ökologischen Betriebsweise geführt werden. Derzeit sind etwa 900 Landwirte, 80 verarbeitende Betriebe und 200 Verbraucher im Biokreis organisiert. Gastronomische Betriebe und Futtermittelhersteller sind auch angeschlossen. Bei diesem Verband herrschen ganzheitliche und nachhaltige Grundsätze, diese unterliegen den Biokreis-Richtlinen und gehen damit weit über die gesetzlich festgelegten EG-Regeln hinaus. Zusätzlich werden auch die Vorgaben von Bio Suisse und soil association (England) erfüllt.

Man sieht, der ökologische Landbau mit seinem Öko Siegel, hat sich aus unterschiedlichen Weltanschauungen und Zielsetzungen entwickelt. Eines aber haben alle Verbände mit ihren Siegeln gemeinsam, sie wollen für uns Mittel zum Leben produzieren! Wir hoffen Naturheld.com konnte Euch einen kleinen Überblick geben.

Das könnte Sie auch interessieren

3 Comments

  1. 1

    Ich denke auch, dass die Siegel deutlich besser kontrolliert werden sollten. So entsteht mehr Sicherheit bei den Verbrauchern.

  2. 3

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Sie dürfen diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>